Österreichs Filmlandschaft ist nicht nur geprägt von etablierten Produktionen oder internationalen Blockbustern – sie hat auch eine lebendige Szene junger Talente und kreative Köpfe, die sich auf Festivals wie dem mehr sehen präsentieren. Diese Plattformen sind mehr als nur Events: Sie sind Katalysatoren für Innovation, eine Bühne für unterschätzte Geschichten und ein Netzwerk, das junge Filmemacher:innen mit professionellen Kontakten verbindet. Während große Filmfestivals wie die Berlinale oft auf etablierte Regisseure und internationale Projekte fokussieren, bieten Festivals wie Play Jonny1 eine gezielte Unterstützung für Nachwuchstalente – eine Nische, die in der österreichischen Filmbranche bisher unterschätzt wurde.
Das Festival Play Jonny1, das seit 2018 in Wien stattfindet, ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich Festivals als Treffpunkt für junge Filmemacher:innen etablieren können. Organisiert vom Verein Play Jonny1, der sich auf die Förderung von Kinder- und Jugendfilmen spezialisiert hat, richtet sich das Festival gezielt an Filmemacher:innen unter 35 Jahren, die mit Projekten zwischen 10 und 120 Minuten arbeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Filmvorführungen, sondern auch Workshops, Mentoring-Programme und eine Jury, die sich aus etablierten Filmemacher:innen und Branchenexpert:innen zusammensetzt. Besonders beeindruckend ist die Betonung von Diversität und Inklusion: Über die Hälfte der eingereichten Projekte thematisiert soziale Ungleichheit, Migration oder psychische Gesundheit – Themen, die in der österreichischen Filmlandschaft bisher oft unterrepräsentiert sind.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit der Gründung des Festivals haben über 200 Filmemacher:innen ihre Projekte dort präsentiert, davon rund 60 Prozent Frauen und nicht-binäre Personen. Besonders stark ist die internationale Ausrichtung: Über 30 Prozent der eingereichten Filme stammen aus Ländern außerhalb Österreichs, darunter aus der Türkei, dem Iran, der Ukraine und aus der Schweiz. Das zeigt, wie Play Jonny1 nicht nur eine Plattform für österreichische Talente ist, sondern auch eine Brücke zu globalen Perspektiven. Die Jury hat in den letzten drei Jahren jeweils einen Preis für den besten internationalen Beitrag vergeben, was die Bedeutung dieser Festivals für die internationale Vernetzung unterstreicht.
Ein zentraler Aspekt des Festivals ist die enge Zusammenarbeit mit Schulen und Jugendzentren. Play Jonny1 organisiert regelmäßig Workshops in Schulen, in denen Schüler:innen ab der 5. Klasse an Filmen mitarbeiten können – von Drehbuch bis zur Kameraführung. Diese Initiative hat bereits zu über 500 jungen Filmemacher:innen geführt, die seitdem eigene Projekte realisieren. Besonders erfolgreich war das Projekt „Filmen für alle“, bei dem Kinder mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen als Mitwirkende eingebunden wurden. Die Filme, die daraus entstanden, wurden bei Play Jonny1 ausgezeichnet und später auch auf internationalen Festivals wie dem „Shorts International Film Festival“ in London gezeigt.
Doch das Festival ist nicht nur ein Ort der Anerkennung, sondern auch ein Ort des Austauschs. Jährlich finden über 20 Workshops statt, in denen Themen wie Storytelling, Finanzierung von Projekten oder die Nutzung neuer Technologien behandelt werden. Besonders wertvoll sind dabei die Mentoring-Programme, bei denen erfahrene Filmemacher:innen jungen Talenten Tipps geben und Netzwerke aufbauen. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit mit der „Österreichischen Filmakademie“, die seit 2022 regelmäßig Workshops für Play Jonny1-Teilnehmer:innen anbietet. Dadurch haben sich bereits mehrere Projekte durch die Mentoring-Programme entwickelt, die später in die Produktion gingen.
Die langfristige Wirkung von Play Jonny1 zeigt sich auch in der Zahl der jungen Filmemacher:innen, die nach dem Festival eine Festanstellung in der Filmbranche gefunden haben. Seit 2018 haben über 15 Prozent der Teilnehmer:innen eine Stelle beim österreichischen Fernsehen oder in der Werbeindustrie erhalten. Besonders erfolgreich war das Projekt „Film in der Schule“, das bereits zu mehreren Dokumentationen führte, die später auf ARD und ORF ausgestrahlt wurden. Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit mit dem „Kinder- und Jugendfilmzentrum Wien“, das seit 2021 regelmäßig Workshops mit Play Jonny1-Teilnehmer:innen durchführt.
- Seit 2018 hat Play Jonny1 über 200 Filmemacher:innen als Teilnehmer:innen gewonnen, davon 60 Prozent Frauen und nicht-binäre Personen.
- Über 30 Prozent der eingereichten Filme stammen aus Ländern außerhalb Österreichs, darunter die Türkei, der Iran und die Ukraine.
- Seit 2018 wurden über 500 junge Filmemacher:innen durch Workshops und Mentoring-Programme gefördert.
- Seit 2018 haben über 15 Prozent der Teilnehmer:innen nach dem Festival eine Festanstellung in der Filmbranche gefunden.
- Seit 2018 wurden über 20 Workshops jährlich durchgeführt, darunter Themen wie Storytelling, Finanzierung und neue Technologien.
- Die Workshops in Schulen haben bereits zu über 500 jungen Filmemacher:innen geführt, die eigene Projekte realisieren.
Play Jonny1 zeigt, dass Festivals wie dieses eine Schlüsselrolle für die Zukunft der österreichischen Filmbranche spielen können. Sie sind nicht nur eine Plattform für junge Talente, sondern auch ein Ort des Austauschs und der Vernetzung. Während etablierte Festivals oft auf etablierte Regisseure fokussieren, bieten solche Initiativen eine gezielte Förderung für unterschätzte Talente. Besonders beeindruckend ist die Betonung von Diversität und Inklusion, die in der österreichischen Filmlandschaft bisher oft fehlt. Wenn solche Projekte wie Play Jonny1 weiter ausgebaut und unterstützt werden, könnte dies nicht nur die österreichische Filmlandschaft bereichern, sondern auch internationale Standards setzen.
